zurück zur Übersicht: Land und Leute
Das gegenwärtige dreistufige Ausbildungssystem wurde 1971 etabliert. Für sämtliche nepalesische Kinder besteht zwischen dem sechsten und dem zehnten Lebensjahr allgemeine Grundschulpflicht. Daran schließt sich der freiwillige Besuch der dreijährigen unteren Sekundarschule und der zweijährigen oberen Sekundarschule an.
Die wichtigste Hochschule des Landes ist die Tribhuvan-Universität (gegründet 1959) in Kathmandu. Für den Besuch der ersten bis sechsten Klasse besteht an den staatlichen Schulen Gebührenfreiheit.
In der Realität können viele Kinder nicht am Grundschulunterricht teilnehmen, da sie zusätzliches Geld verdienen oder im Haushalt helfen müssen. Nur die Hälfte aller Kinder beendet die fünfjährige Grundschulzeit. Zum einen liegt das an den mangelnden Schulen auf dem Land, zum anderen an der schlechten Ausbildung der Lehrkörper und der damit verbundenen schlechten Qualität des Unterrichts. Es fehlt zudem oftmals an grundlegenden Dingen wie Tafeln, Stiften oder Büchern. Viele Familien entscheiden sich deshalb dagegen, ihre Kinder in die oft weit entfernten Schulen zu schicken.
Benachteiligung von Mädchen
Verglichen mit anderen Ländern in Asien ist das Bildungsniveau in Nepal sehr niedrig. Die Alphabetisierungsrate liegt bei nur 48 Prozent. Besonders geringe Bildungschancen haben Frauen: Trotz großer Fortschritte in den vergangenen Jahren kann nur ein Drittel von ihnen Lesen und Schreiben. Mädchen werden viel seltener eingeschult als ihre männlichen Altersgenossen und brechen die Schule noch häufiger ab. Oft müssen die Mädchen die Schule verlassen, weil sie schon mit zehn oder elf Jahren verheiratet werden. Fast die Hälfte aller 15- bis 19-jährigen Mädchen ist bereits Ehefrau.
« zum vorherigen Artikel — zum nächsten Artikel »
Verwandte Artikel: