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Die Einbindung des Einzelnen in eine strenge, religiöse Hierarchie ist ein wichtiges Merkmal der indischen Gesellschaft und somit des Kastenwesens. Der Mensch ist nicht nur gefangen im Kreislauf der Wiedergeburt, auch seine Position in der Gesellschaft ist für sein derzeitiges Leben festgelegt.
Das Wort Kaste ist aus dem Portugiesischen casta, etwas nicht vermischtes, abgeleitet. Eine treffende und allumfassende Definition ist nicht einfach. Verallgemeinert lässt sich eine Kaste als eine geschlossene Gruppe innerhalb einer Hierarchie beschreiben. Jede dieser Gruppe ist wiederum nach bestimmten, jedoch nicht einheitlichen Merkmalen untergliedert. Als Unterscheidungsmerkmale dienen Beruf, Herkunft, Name oder Stammeszugehörigkeit.
Die Kastenhierarchie ist fest verknüpft mit dem Hinduismus, welcher in Nepal weit mehr ist als nur eine Religion. Es ist vielmehr eine Lebensauffassung in der jede Sache ihren festen Platz in einer Ordnung hat, so auch jeder Mensch.
Im Hinduismus wird das Leben von der Kastenzugehörigkeit bestimmt. Die soziale Schichtung ist gottgewollt und somit von Geburt an feststehend. Trotz allem wurde 1963 das Kastenwesen, bzw. die Diskriminierung durch Kastenzugehörigkeit gesetzlich verboten. Es blieb bei diesem Versuch. Noch immer spielt das Kastenwesen eine beherrschende Rolle und bestimmt das gesellschaftliche Leben.
Das höchste Ziel eines Hindu ist, den Kreislauf der Wiedergeburten zu durchbrechen und durch Verschmelzung der eigenen Seele mit der Weltseele zur endgültigen Erlösung zu gelangen. Der Buddhismus, welcher aus dem Hinduismus entstanden ist, verfolgt dasselbe Ziel, verzichtet jedoch auf die Rolle der Priester als Vermittler. Anders als im Hinduismus ist die individuelle Seele nicht unveränderlich, sondern formt sich beim Tod eines Menschen jeweils neu.
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